Ein Traum eines Seglers. Konstruiert und gebaut von Bobo Schmeissgeier alias Werner Stark.
Und ganz ehrlich: Bei diesem Flieger ist der Name des Erbauers Programm Egal ob Stark oder Schmeissgeier. Beides beschreibt die Qualität dieses Fliegers.
KIS steht für keep it simple. Mehr dazu unter obigen Link. Allerdings beschreibt dieses nicht im Entferntesten, was Werner Stark hier erzeugt hat. Dieses Modell hat so viele geniale Details, dass jeder Modellbauer hier noch was lernen kann. Wer Näheres wissen möchte, der sollte bei Bobo mal nach einem Flieger schauen. Er versendet direkt und schnell, so dass man so ein Schätzchen auch bald sein Eigen nennen kann.
Bei dem KIS midi handelt es sich um ein DLG/SAL Modell. Diese Art hat am Flügelende einen Wurfstift. Diesen umfasst man mit Zeige- und Mittelfinger, dreht sich wie beim Diskuswurf (Discus Launch Glider) um die eigene Achse und übergibt das Modell so beschleunigt der Luft. Dabei schiesst es steil nach oben und erreicht eine schöne Ausgangshöhe. Zum Ende versucht man dann den Flieger in der eigen Hand zu landen. Es ist also die moderne Form eines Bumerangs, nur dass man mit der RC-Steuerung nachhilft ;-)
An Technik ist ein Spektrum AR6110e, zwei Miget 6 Servos (6g) und ein 8g Servo von Conrad verbaut. Gespeist wird alles von einem 350mAh NiMh Akku, ebenfalls von Conrad. Angesteuert werden die Querruder einzeln per Stahldraht und das Höhenruder per Faden mit Gegenfeder. Mit dieser Ausrüstung sind 2 Stunden aktives Werfen/Fliegen drin. Schon sehr beachtlich für das kleine Akküchen.
Auf einen 3-Wege-Schalter legt man sich die Einstellung für Start, Normal- und Thermikflug. Für den Start muss man den Auftrieb etwas bremsen, da der Flieger sonst senkrecht beim Wurf nach oben geht und dann aber zum Schluss wieder einiges im Senkrechtflug an Höhe verlieren würde. Also etwas die Querruder anstellen und so den Aufwärtsdrang etwas bremsen. Damit geht er immer noch bei einem guten Wurf 30 Meter hoch. Dies ist wahrscheinlich für den Profi-DLG-Werfer ein Witz, aber als Anfänger dieser Technik schon ganz gut. In dieser Höhe wird der Flieger stabilisiert und dann auf Thermikflug geschaltet. Hiermit ist der Auftrieb des Fliegers am größten und die Geschwindigkeit sinkt deutlich, so dass mancher Depronflieger schneller ist. Nach 30-60 Sekunden ist dann der Flug zu Ende und die Landung sollte dann am besten in die Hand des Werfers erfolgen. Das schützt die Leitwerke. Besonders das Seitenleitwerk ist gefährdet, da es einige Zentimeter unter das Höhenleitwerk (Pendelleitwerk) ragt. Es ist jedoch unten mit etwas Kohleroving (mit Sekunderkleber getränkt) geschützt, so dass auch mal Landungen auf Teer relativ unbeschadet überstanden werden.
Natürlich geht auch mal was kaputt. Bisher hat es zweimal die Aufhängung des Pendel-Höhenleitwerks erwischt. Aber Dank Sperrholz und Balsa ist es sehr reparaturfreundlich. Der Flügel ist aus Vollbalsa und hat als Nasenleiste Hartholz spendiert bekommen. Damit ist selbst ein urplötzlich in den Weg springender Baum, nicht in der Lage dem Flügel etwas anzuhaben. Das hab ich übrigens schon überprüft und nicht nur gehört ;-)
Übrigens ist so ein Flieger auch ein echtes Trimmgerät. Wer mal eine Stunde dieses Ding immer wieder in die Luft befördert hat, der weiß anschließend, was er getan hat. Aber es macht tierisch Laune.