Ju 52

 

Allgemein

Schon häufig sah ich die alte Tante Ju über und um Hannover fliegen. Langsam, so richtig gemächlich, treibt sie sich da oben in der Luft rum und trotzt scheinbar der Schwerkraft. Schon ohne sie zu sehen klingt das charakteristische Brummen in den Ohren und der Blick wandert automatisch in die Richtung des Motorengeräusches, kurze Zeit später erscheint sie am Himmel und dreht majästetisch ihre Runde. Und nun ist sie dran! Einige Recherchen im Netz brachten ein paar Fotos und einige Zeichnungen zu Tage. Daten gabs aus "1000 Flugzeuge". Also ran ans Werk.

Daten

Spannweite : 86 cm
Länge : 58 cm
Gewicht : angestrebt 160g; erreicht 175g (mit 7,4V 620mAH)
Flächeninhalt : 9,5 dm²
Flächenbelastung : 22,5 g/dm²
Steuerung : Motor, Quer und Höhe
Motor : Axi 2203/52
Akku : Kokam 7,4 620mAH 

Bauphase

Dies ist der Plan, der meiner Konstruktion zu Grunde liegt. Er ist zwar nicht so genau, aber für mein erstes Scalemodell aus Depron soll und muss er reichen. Ich habe dann die Spanten und das Flächenprofil per Grafikprogramm um den Faktor 3 vegrößert um auf eine ungefähre Spannweite von 80cm zu kommen.

mittleres Tragflächenstück


Als erstes kam das mittlere Flächenstück als Basis der Tragfläche auf das Baubrett. 3 Rippen nach Vorlage aus 6mm Depron geschnitten, um 2mm ringsherum verkleinert (Beplankungsstärke) und als Tragflächenbasis verklebt.

Flächen und Rumpf

Die beiden Flächenstücke sind an der Innenseite mit dem abgebildeten Flächenprofil beginnend geformt und nach aussen hin flach auslaufend. 4 cm von vorne ist eine entsprechend geschnittene Strebe verklebt. Das gibt der Fläche eine enorme Stabilität. Die beiden Flächen wurden dann mit dem zentralen Flächenstück mit einer leichten V-Form verklebt. Vorne gab es einen 6mm Depronstreifen als Nasenleiste. Diese wurde dann rund verschliffen. Hierdurch wurde die Naht der unteren und oberen Beplankung zusätzlich noch stabilisert, so dass sie nun auf keinen Fall mehr aufbrechen kann.

Dann wurden die Rumpfspanten mit einer längslaufenden Strebe verbunden und die hinteren seitlichen Rumpfseiten verklebt. Anschließend wurde der halbfertige Rumpf mit der aufgebauten Fläche verbunden.

Anschließend wurde das Höhenleitwerk angebracht. Wenn man genau das Bild betrachtet, sieht man, dass es nicht 100% mittig sitzt. Da muss ich noch mal bei. Auch musste eine leichte Delle in der linken Fläche mit Depron, schleifen, Depron, schleifen ausgeglichen werden. Nach der ersten Wiegung habe ich noch 14g für den Rest des Rumpfes incl. Tragflächen (bisher 46g) über, um das gesetzte Gewichtslimit von 60g einzuhalten. Das scheint realistisch zu sein.

Rohbau

 

 

Der Rumpf wurde nun weitesgehend beplankt, nachdem die Servos und der Motor samt Regler einbebaut worden sind. Mit Einbauten liegt das Gewicht aktuell bei 170g. 10g über dem angepeilten Gewicht. Den Motor muss ich evtl. nochmal tauschen, da er deutlich zu viel Saft aus den 270mAh (10C) Akku zieht. Auch der Regler ist anscheinend zu schwach, da er beim Anlaufen des Motors schon mal abregelt. Also doch statt dem EMAX CF RED 2805 wieder den ROXXY BL OUTRUNNER 2815 rein. Und dann heisst es warten auf besseres Wetter.

Die Ju will ich erst bei Windstille dem Erstflug aussetzen. Da, im Gegensatz zu den Shockys und Doppeldeckern, die Fläche nicht wirklich groß ist, ist unklar, ob die Ju wirklich fliegen wird. Beim recherchieren hab ich einige Berichte über die Ju52 von Graupner gelesen. Da war häufig von einem seitlichen Wegkippen über die Fläche zu lesen. Da meine Ju sehr nah den Abmessungen der Graupner Ju ist, fürchte ich Ähnliches. Zumal die Flächen nicht wirklich 100% identisch sind. Na schaun ma mal.

Wenn der Flieger die ersten Flüge überlebt, geht es an das Finish. Vorher bleibt es jedoch beim Rohbau. Evtl. wird er aber auch noch ein zweites Mal komplett aufgebaut. Wenn die Testflüge erfolgreich sind, lohnt sich auch der Aufwand dem Original deutlich näher zu kommen, als dieses mit diesem ersten Prototyp geplant war.

Finish

Eigentlich sollte sie ja erst einmal ohne jegliche äussere Gestaltung in die Luft und erst, wenn sie wieder heile runter gekommen ist, dann sollte sie schön werden. Aber was stört mich mein Geschwätz von gestern. Das Wetter ist schlecht, weisses Depron sieht langweilig aus, also Abtönfarbe raus und ran ans Material. Vorher hab ich noch eine Abdeckung fertig gestellt, damit die Innereien auch wirklich solche sind und nicht als Kabelsalat aus einer Öffnung hervorragen.

Doch nun heisst es wieder warten auf schöneres Wetter.

Erstflug

Ehrlich gesagt, hab ich ja nicht geglaubt, dass die Ju fliegt. Aber sie fliegt. Zwar genauso wacklig wie ich einige Szenen aus "Zwei himmlische Töchter" in Erinnerung habe, aber sie fliegt. Wenn der Pilot dann noch ein bisschen Übung bekommt, dann wird es wohl auch besser gehen. Sie fliegt etwas nervös. Will heissen, dass die Ruderwege nochmal angepasst werden müssen. Also die Anlenkung näher zum Servodrehpunkt und dann den Ruderweg am Servo maximieren. 100 Expo dazu, dann sollte es besser gehen. Bei der jetzigen Abstimmung kann das Höhenruder nicht fein genug dosiert werden.

Bei einer Landung im Gras ist dann das Höhenleitwerk rechts halb abgerissen. Das wird nun mit 4mm Depron neu aufgebaut. Aufgrund der oben beschriebenen Anlenkung des Höhenruders aber eher eine glückliche Fügung, denn ein Problem.

Zweitflug

Nachdem das Höhen- und Seitenleitwerk neu aufgebaut worden sind, war beim Vermessen ein deutlich schräg angebrachter Flügel feststellbar. Da war wohl einer beim Bauen doch nicht so genau. Na egal, ist ja eh nur ein Prototyp.

Also wieder raus und in die Luft. Nach einer viertel Stunde ist sie dann schon etwas besser getrimmt und fliegt deutlich ruhiger, wobei sie aber ab und zu heftig über die linke Tragfläche webbrechen will. Mit dem Querruder muss man beständig gegenhalten, also auch die Querruder nachtrimmen. Dann geht es schon fast gut. Allerdings ist immer noch die Tendenz zum Ausbrechen da, was wahrscheinlich schon an der schiefen Tragfläche liegt. Zum Schluß reist es mir bei einer harten Landung, aufgrund eines leeren LiPos das Zweibeinfahrwerk aus dem Rumpf. Nun ist erstmal Nachdenken über Um- oder Neubau dran. Umbau würde heissen: Motor tauschen (der kleine Axi 2203/52 rein) und Fahrwerk ordenlich in Fläche/Rumpf verankern. Neubau heisst: Etwas größer, aber sehr viel genauer bauen. Flächen abnehmbar gestalten, ordentliches Finish in Welblechoptik. Noch grübel ich.

Umbau

Entscheidung gefällt. Der Axi ist angebaut. Durch sein geringes Gewicht (18,5g) muss der Akku nun ganz nach vorne. Damit passt der Schwerpunkt wieder. Nun heisst es mal wieder warten auf weniger Wind.

Drittflug

Nun war sie wieder in der Luft. Mit neuen Kokam 7,4 620mAH Lipos, die 15g leichter als der 7,4 800mAH von Conrad sind. Daher mussten eine Unterlegscheibe und eine Mutter als zusätzliches Trimmgewicht in die Schnauze. Da es recht windig und leicht böig war, flog sie dann etwas abgehackt. Sobald der Wind nachliess wurde es naturgemäss besser. Allerdings muss sie im Verhältnis zum Vorbild doch flotter bewegt werden. Trotz 175g ist der Auftrieb bei Langsamflug nicht so doll. Allerdings lassen sich die Landungen relativ langsam anfliegen. Solange man im Sinkflug ist, ist es ok langsam zu fliegen. Allerdings sollte man dann erst kurz vorm Aufsetzen Höhe ziehen. Macht man das zu früh, wird der dann noch große Abstand zum Boden schlagartig klein, da sie über die linke Fläche webbricht.

 

Zusätzliche Informationen