Flugzeuge

Früher - oh nein, jetzt fang ich schon an wie mein Vater - baute man Flugzeuge aus Balsaholz. Die Flügel in Rippenbauweise wurden mit Folie bespannt und glattgebügelt. Es gab natürlich auch Baukästen mit Kunstoffteilen, vor allem die Rümpfe der Hochleistungssegler. Aber zu Jugendzeiten unbezahlbar.

Und heute?

Im Sommerurlaub sah ich auf einem Campingplatz einen jungen Niederländer, der einen Mini-Doppeldecker durch die Luft zirkelte. Zugegeben, das war nicht die hohe Schule der Modellbaukunst, und im Nachhinein betrachtet, wohl auch "nur" ein Fertig-Spielzeug-Modell, aber es hat mich doch, nach 10 Jahre aussetzen, wieder dazu gebracht mich der handwerklichen Kunst zum Bau von Modellen zuzuwenden.

Ein bisschen googlen und ich las zum ersten Mal das Wort Depron!

Da war er, der Virus. Nun folgten die neuen Techniken mit brushless und Lipo und schon waren die wesentlichen Elemente für den Bau eigener Parkflyer vorhanden. Nun noch die alte Computeranlage (MC-16) ausgraben und ein paar leichte Servos und Empfänger organisieren. Dann nach Plan

 


ein Modell gebaut und raus auf die nächste Wiese. Fliegt, aber halt nur so gut wie es der Pilot kann. Ok, so ein Modell ist in 2 Abenden fertig, also wieder ran ans Bastelmesser und das nächste Modell zusammenkleben. Wieder raus und, ... usw. usw.

Der Enthusiasmus ist groß, aber irgendwann müssen auch Erfolgserlebnisse her. Also nach Alternativen suchen. Neben Depron gibt es noch diverse Schaumstoffe, die aber anders als Depron sehr viel mehr kinetische Energie bei ungewollten Berührungen (Boden, Bäume, Zäune, ... ) aufnehmen können. Allerdings handelt es sich dann um Fertigmodelle bei denen das Bauen nur einen geringen Zeitanteil bedeutet. Dafür kann man dann aber endlich Fliegen üben, weil Baufehler fast ausgeschlossen sind.

 

Meine erste gekaufte Schaumwaffel, der FlexiFly XLM war ein voller Erfolg. Mit einem kleinen BL-Motor und 11,1V/2225mAH Lipo ausgerüstet schafft man locker 1,5 Flugstunden am Stück.

Nun gilt es Flugerfahrung zu sammeln und die Finger zu automatisieren.

 

Auch der erste Querruder-Flieger war nun in der Luft und kam tatsächlich auch ohne größere Blessuren wieder und wieder, meistens in einer halbwegs sauberen Landung, auf den Boden zurück. Nur einmal blieb er im Baum hängen. Aber Knüppel schnappen und wie früher in den Baum schleudern. Kurze Zeit später stürzt sich der Gefangene wieder auf den Boden. Auch diesmal wieder ohne bemerkenswerte Defekte. Depron ist doch härter im nehmen als ich dachte.

Erstaunlich ist, dass der Unterschied zwischen Querr- und Seitenruder gar nicht so groß ist. Allerdings ist die Querruderansteuerung deutlich direkter und macht nocheinmal mehr Spass. Allerdings führte eine erste halbe Rolle und der anschließende negative Looping fast zu einer Totalzerstörung. Zum Glück hatte ich am tiefsten Punkt beim Looping noch 5 cm bis zur Grasnabe. Glück gehabt. Dafür funktionierten dann die ersten Positiv-Loopings in sicherer Höhe.

 


Und hier der notwendig gewordene Nachfolger.


Ein sehr informatives Buch zum Thema Depron hab ich im VTH Online Shop gefunden Das Depron Buch

Als nächstes stehen nun wieder ein paar selbstgebaute Depron-Flieger auf dem Plan. Sowas Jet-mäßiges und auch mein Traum einer fliegenden Untertasse :-))

Im Nachinheinein betrachtet, war allerdings die beste Investition der Flugsimulator (easyFly 2). Hier kann man ohne Gefahr alles ausprobieren, was man mit dem eigenen Modell wahrscheinlich erst nach Wochen oder Monaten tun würde. Der Lernfortschritt ist daher enorm.

 

Weiter z.B. hier : Flugzeughangar

Zusätzliche Informationen